Hortensien für die den Freitag, Stadtgeschichten

Hortensien aus dem Garten

Wie diese hübsche große Blüte heißt, ich habe keine Ahnung. Ich finde sie nur schön. Als ich gestern den Garten lange nach den Eltern verlassen habe, hatte ich diese Blüte im Korb. Nicht aus dem Vatergarten, denn dort stehen die Hortensien noch nicht in voller Blüte. Außerdem haben die Eltern rosafarbene und blaue Sträucher.


Erst dachte ich, dieser eine Stengel passt gut in die grüne Bodenvase, die ich vor langer Zeit einmal von dem Kerl empfohlen bekam. Aber da sah sie mir dann doch etwas zu fippsig aus. Es ist ja nicht so, dass ich keine Vasen hätte... die Nachbarin aus der Kolonie, hatte sich gerade mit ihrer Gartenschere über ihre Wicken hergemacht. Sie sagte, dass ihre Kletterpflanzen sehr viel üppiger wachsen, wenn sie diese beschneidet. Ob dem so ist, werde ich ganz genau beobachten. Jedenfalls habe ich sie um eine Blüte ihrer Hortensien gebeten. Den Fahrtwind auf meinem Fahrrad hat der dicken Blüte nichts ausgemacht. 


Stadtgeschichten

Ich war gestern mit dem Fahrrad unterwegs. eigentlich ist das ja nichts Neues, nur fahre ich nicht am Nachmittag durch Berlin Mitte. Der Verkehr ist um diese Zeit einfach kein Zuckerschlecken. Die Autos stehen in langen Schlangen an den Ampeln an und wenn sie Grün haben, rasen sie so schnell wie möglich zur nächsten roten Ampel. Als Radfahrerin kann ich oft an den frustrierten Fahrern vorbeiziehen. Das macht das Verhältnis zwischen Auto und Rad nicht besser. Die Straßen haben inzwischen einen richtig breiten Radweg, auf der Fahrbahn, mit weißen Strichen markiert. Blöderweise nutzen einige Transporter und Lieferanten den Radweg als Stellplatz. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als auf den Fahrdamm zu wechseln. Schließlich will ich ja auch mein Ziel erreichen. "Du blöde Kuh, kannst nicht den Radweg nutzen???" Ach der meinte mich! Ich trainiere wirklich, wie ich wohl über die parkenden Autos hüpfen kann. Klappt aber immer noch nicht. Netterweise schneidet der freundliche Autofahrer mich auch noch.


An der nächsten Ampel fahre ich an seinem Fahrzeug wieder vorbei und winke ihm freundlich zu. Nicht, dass das seine Laune sichtlich gehoben hätte. In Mitte sind sehr viele Radfahrer unterwegs. Manchmal erinnert die Innenstadt an Amsterdam. Nicht alle Radler halten sich an die Verkehrsregeln. An der nächsten großen Kreuzung steht eine Mausefalle. Lustig, die ist für Radfahrer. Die holen tatsächlich die über rot fahrenden Radler raus. Das Grinsen in den Gesichtern der Autofahrer ist nicht zu übersehen. Ich finde es auch richtig, viel zu leichtsinnig benehmen sich viele Radfahrer. "Ick hab dett doch eilig, der Kunde wartet uff seine Bestellung..." "Sie sind über Rot gefahren, das kostet..." "Ick hab keene Zeit!" Tja, keine Zeit kann auch mal das Leben kosten...


Mit einem Mal strampelt eine 7o Jährige an mir vorbei. In einem Tempo, da wird mir ganz schwindelig. Vorbildlich mit einem schicken Helm und Handschuhen. Richtig schnell ist die. Und das Bergauf. Ich habe schon einen Gang runter geschaltet, weil es so steil ist, aber die Dame sitzt völlig aufrecht und scheint auch keineswegs zu Schwitzen. Und dann sehe ich den Motor! So unauffällig wie nur irgendwas. Na, dann ist das ja kein Wunder. 


Jetzt überhole ich einen Papa, der ein lustiges Lastenfahrrad hat. Vorne in dem Vorbau sitzen gemütlich drei kleine Kinder, die alle einen Helm aufhaben. Sie treiben ihren Chauffeur ordentlich an, damit er bitte schneller fährt. Der lacht nur und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Kurz darauf das nächste Lastenrad. Wieder ein Papa, der seinen Sohn transportiert, allerdings schon um einiges älter. Dieser hat seine Schuhe ausgezogen und lässt die Füße über den Rand baumeln. Mehr sieht man übrigens auch nicht von dem jungen Mann. Die Unterhaltung der Beiden zerfließt im Fahrtwind und dem Straßenlärm.



Ich freue mich schon auf meine ruhigen Wege, die ich bald wieder nach Hause fahren werde. Denn die Stadt ist wirklich sehr laut. Mit einem mal, steht ein Radfahrer neben mir an der Ampel. Er hat sich langsam vorrollen lassen und grinst mich an. Kenne ich den? Als es grün wird, strampelt er los und verschwindet um die Ecke. Seltsame Typen sind hier unterwegs... Ich konzentriere mich wieder auf den Straßenverkehr. Wenn man hier nicht alle Sinne beisammen hat, kommt man schnell unter die Räder. Da vorne ist schon wieder eine Touristengruppe mit 40 Radlern, die alle "Hans Guck in die Luft" unterwegs sind. Das sind die Gefährlichsten. Ohne auf den Verkehr zu achten, rollen die durch die Stadt, kreuzen die Fahrbahn und sind völlig arglos. An denen muss ich schnell vorbei. In so einem Pulk stecke ich gar nicht gerne. 
Endlich komme ich auf meine ruhigen Wege und bin gleich zu Hause... Geht es bei dir auch so zu?


verlinkt mit Holunderblütchen

Kommentare:

  1. Eigentlich bin ich ja nicht so ein Fan von Hortensien. Aber diese kleinblütigen und dann noch in weiß gefallen mir doch. Und insbesondere so als einzelne Blumen.
    Tja und die Radfahrer. Das ist schon so eine Geschichte für sich. Aber es gibt ja auch immer wieder entte Begegnungen. So gestern. Ich wollte abbiegen, habe den Radfahrer natürlich gesehen und habe gewartet. Der hat sich doch tatsächlich bei mir bedankt!

    Gruß Marion

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  2. Die weise Blume ist die Hortensie Annabell. Ich habe 2 Stöcke im Garten.
    Liebe Grüße Heidi

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  3. Hier bei uns gibt es mittlerweile immer mehr Fahrradtrassen, sie enstehen auf alten Bahnstrecken und man ist als Radfahrer weitestgehend ohne Berührung mit dem Autoverkehr unterwegs. Seither fahre ich wieder mehr mit dem Rad. Sonst ist es nämlich leider nicht so dolle mit den Radwegen, aber die Trassen sind klasse

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  4. Liebe Andrea,
    die Annabelle, die du hier zeigst, habe ich zum Blumentag auch schon in den unterschiedlichsten Variationen gezeigt, da habe ich gerade mal nachgeschaut, die hatte ich doch tatsächlich vergessen. Dank für die Erinnerung. Hier siehst du diese Blume in den Gärten zuhauf und richtig groß, es macht Freude. Auch meine Seniorin hat eine riesige in ihrem Garten.

    Man kann sie auch so schön trocknen und dann weiterverarbeiten.

    Radfahrer, es gibt diese und diese. Was soll ich drüber schreiben, manche Radler kennen keine Verkehrsregeln, sie fahren in Einbahnstraßen, radeln über den Zebrastreifen, obwohl sie hier absteigen sollten, denn hier besteht keine Versicherungspflicht hier gilt der Radfahrer als Fußgänger und und und und.

    Sie fahren auf Radwegen nicht hintereinander, sondern zu 3. und 4. in einer Reihe. Hier gehört einfach eine Regelung her, in welcher Form auch immer.

    Ich versuche mich immer an die Regeln zu halten und ich muß tatsächlich sagen, dass ich mit den Autofahrern weniger Probleme habe, als mit den Radlern. Mache meinen tatsächlich, dass sie alleine auf der Welt sind.

    Aber damit komme ich inzwischen auch klar, wenn mich allerdings ein Autofahrer als böde kuh bezeichnet, dann gibts was und das geht an den Geldbeutel.
    MAn sollte die Leute viel mehr zu Kasse bitten, dann machen sie bestimmte Sachen nicht mehr.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und bis morgen,
    i frei mi.

    LG Eva

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  5. Guten Morgen Andrea,
    die Hortensienblüte ist echt der Kracher. Sieht in der Glasvase sehr schön aus.
    Oh, Radfahren in der Stadt, ich glaube , das wäre nicht so mein Ding. Hier bei mir auf dem platten Land am Niederrhein fährt man ja gerne Rad.
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Sommertag
    Tina

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  6. ...bei der schönen Annabell reicht wirklich auch nur eine Blüte, liebe Andrea,
    so kommt sie richtig gut zur Geltung...so in der Großstadt würde ich nicht so gerne Fahrrad fahren, aber rücksichtslose Fahrer gibt es überall,

    liebe Grüße Birgitt

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  7. Weisse Hortensien habe ich noch nie gesehen, gefallen mir sehr gut.
    Ich sollte vielleicht auch einmal erzählen was bei uns auf der meist befahrenen Radstrecke alles los ist. Da fühlen sich viele Touristen mir ihren vollbepackten Räder wie wenn sie die einzigen wären und fahren einfach wie es ihnen passt.
    L G Pia

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  8. Mitten in der Großstadt Rad fahren, das würde ich mich nicht trauen. Autofahrer, die aus Bequemlichkeit Radwege als Parkplatz missbrauchen, habe ich gefressen. Allerdings passiert mir ganz oft, dass Radfahrer ohne zu gucken vom Radweg plötzlich auf die Fahrbahn wechseln oder mir aus einer Einmündung die Vorfahrt nehmen. Ich weiß nicht, ob die unbedingt mal auf der Motorhaube mitfahren wollen.
    Hortensien waren mir früher zu trutschig. Mittlerweile liebe ich sie.
    Schönes Wochenende
    Christel

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  9. Die Blüte ist wirklich ein Prachtexemplar. Die Radfahrerfahrungen kann ich nur bestätigen. Aber Du hast das wunderbar beschrieben. Ich erledige fast alles mit dem Rad. Am schlimmsten sind die Fußgänger, die einfach auf die Straße laufen.
    LG
    Magdalena

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  10. Anabelle heißt deine Schönheit in der Vase. Ich habe zwei, die sind aber noch nicht so weit wie deine.
    Ich könnte als Radfahrer genauso die Pimpanellen kriegen wie als Autofahrer. Bei beiden gibt es viel zu viele Kamikazefahrer! Am schlimmsten sind die Autofahrer, die als Teenies das letzte Mal auf dem Rad saßen. Rücksichtslos bis zum geht nicht mehr. Aber Radfahrer nehmen sich so manchen Mal auch zu viel raus ... ich zu meiner Schande auch bisweilen ...

    Das glaub ich gern, dass ein ganzes Kühlregal mit Pfingstrosen mächtig Eindruck macht!
    Ich bin es ehrlich gesagt ganz schön satt, das Kranksein ...
    Hat es bei euch eigentlich endlich aufgehört zu regnen?

    Liebe Grüße ... Frauke

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  11. Liebe Andrea,
    ich mag alle Hortensienblüten! Und Deine weiße Annabelle wirkt sehr edel in der Glasvase.
    Was für mich persönlich undenkbar wäre, ist eine Radfahrt durch eine Stadt. Ich wäre wohl
    schon in einer Kleinstadt eine Gefährdung...für mich und andere...Mir wird schon schwindelig,
    wenn ich nur Deine Zeilen über die Radtour durch Berlin lese...
    Du bist mit Sicherheit geübt! Pass trotzdem gut auf Dich auf!
    Alles Liebe
    Heidi

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Ich würde mich freuen, wenn ihr mir ein paar nette Worte da lasst. Dann macht das Fotografieren, lesen und stricken nochmal so viel Spaß.